Reden wir über Geld, Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel brach die Schule ab und arbeitete für 700 Euro pro Monat im Callcenter. Heute ist sie eine der derzeit bekanntesten Schriftstellerinnen Österreichs.

Erschienen am 17. März 2017 im Rahmen der Serie „Reden wir über Geld“ im Wirtschaftsteil der SZ. Das Interview führte ich gemeinsam mit dem Kollegen Jan Schmidbauer geführt. Foto: Joachim Bomann.

Stefanie Sargnagel, mit bürgerlichem Namen Sprengnagel, wurde mit ihren Facebook-Einträgen zu einer der bekanntesten Schriftstellerinnen Österreichs. Mittlerweile schreibt sie außerdem Bücher und Artikel. Damit macht sie sich auch Feinde: Einen per Stipendium finanzierten Reisebericht bezeichnete ein Autor der Kronen Zeitung kürzlich als „Saufen und kiffen auf Kosten der Steuerzahler“. Das Blatt veröffentlichte ihre Adresse, es folgten Hasskommentare und Morddrohungen. Sargnagel gibt sich unbeeindruckt. Zu Beginn der Woche schrieb sie: „Treff Mama zum Frühstück im Café. Sie liest zufrieden Zeitung (Krone).“ Während des Gesprächs in München raucht sie etwa zehn Zigaretten, selbst gedreht.

SZ: Stefanie Sargnagel, reden wir über Geld. Sind die Anfeindungen gegen Sie eigentlich gut fürs Geschäft?

Stefanie Sargnagel: Natürlich steigert das meine Bekanntheit. Aber ich habe es definitiv nicht darauf angelegt, das wäre mir zu minder. Meine Bekanntheit erreiche ich lieber durch unterhaltsame Texte.

Auslöser für die Anfeindungen war ein satirischer Reisebericht aus Marokko, den Sie gemeinsam mit zwei anderen Autorinnen geschrieben haben. In dem Text heißt es, Sie hätten „mit dem Muezzin geschmust“ und „13 Flaschen Wein getrunken“. Wieso erntet man damit so viel Hass?

Ich spreche das aus, was reaktionären Männern missfällt. Diese Typen sind antidemokratisch und autoritär veranlagt. Sie wollen treffsichere Humoristinnen wie mich loswerden. Außerdem bekommen die Medien damit viele Klicks.

Bekannt geworden sind Sie vor allem wegen ihrer Facebook-Einträge. Inzwischen gehen Sie damit auch auf Lesereise. Wie viel gibt’s pro Abend?

Ich bekomme momentan mindestens 500 Euro. Wenn es selbst organisierte, linke Sachen ohne Förderungen sind, mache ich es auch mal billiger. Ich bekomme auch noch einen Verkaufsanteil an den Karten. Aber zwanzig Prozent gehen dann noch an die Booking-Agentur. Deswegen übersteigt es die Fixgage eigentlich nie. Es ist schon weniger, als ich dachte.

Enttäuscht vom Schriftsteller-Dasein?

Früher dachte ich: 500 Euro, das ist ein Vermögen, Oida. Aber ich müsste schon mehr kriegen. Ich hab ja mittlerweile auch einen gewissen Fame. 300 Euro habe ich auch als unbekannte Autorin bekommen. Aber, obwohl ich so viel in den Medien war, gibt es jetzt nicht viel mehr Geld. Und wenn ich daran denke, was man noch alles versteuern muss … Sozialversicherung und so etwas. Mehr als die Hälfte ist dann weg.

Das ganze Interview können Sie hier hinter der SZ-Paywall lesen.

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