Zucker fürs Volk

Die Getränke-Industrie fördert gern Sportprojekte, das zeigt eine aktuelle Liste des Coca-Cola-Konzerns. Damit lenken die Unternehmen von der gesundheitsschädlichen Wirkung ihrer Brause ab.

Erschienen am 11. Februar 2017. Co-Autorin: Astrid Viciano. 

Die Datenvisualisierung findet sich hier.

Was gibt es Schöneres für Jungs, als richtig coole Sportarten zu beherrschen. Jonas zum Beispiel wird heute Parkour lernen. Hauswände hochlaufen, über Dächer klettern, die Hindernisse einer Stadt leichtfüßig bezwingen. In den Pausen wird er mit einer Cola anstoßen, zwischen zwei Trainingsetappen einen gelben Getränkekasten mit Colaflaschen heben und seinem Trainingspartner eine Cola mit seiner Unterschrift überreichen, vor laufender Kamera. Jonas ist witzig und sympathisch, und er arbeitet für Coke TV, eine deutsche Sendung von Coca-Cola auf dem Videokanal Youtube.

Mehr als 275 000 Mal haben Zuschauer die Folge mit dem Parkour auf Youtube angesehen – und damit auch das Regal mit den berühmten roten Flaschen an der Studiowand, die Cola auf dem Couchtisch. Und für den Fall, dass die Dekoration dem Publikum nicht aufgefallen ist, leuchtet noch das Coca-Cola-Logo im Hintergrund. „Vergesst nicht, Coke TV zu abonnieren“, wird Jonas seine Fans nach seiner Kletterrunde ermahnen. Ein andermal nämlich gehen sie snowboarden, tanzen Hip-Hop oder testen, besonders cool, ein elektrisches Einrad. „Getränkeunternehmen setzen gern auf Bewegung“, sagt Sophie Herr, Leiterin des Teams Lebensmittel beim Bundesverband der Verbraucherzentrale in Berlin. So entstehe der Eindruck, Coca-Cola und andere Produkte seien Teil eines aktiven Lebensstils.

Fast vier Milliarden Liter verkauft der Konzern pro Jahr in Deutschland

Vor allem Sportprojekte haben der Brause-Gigant und seine Stiftung im vergangenen Jahr mit mehr als einer Million Euro gefördert; im Jahr 2010 waren es noch knapp 700 000 Euro. Insgesamt 100 Projekte von 26 Organisationen in Deutschland sind auf der Liste zu finden, die das Unternehmen offengelegt hat. Ende 2015 hatte Coca-Cola erstmals über seine „Förderung und Partnerschaften“ in Deutschland berichtet, nun hat der Konzern nachgelegt.

Den ganzen Artikel können Sie hier hinter der SZ-Paywall lesen.

 

 

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